Worauf du bei Produktfotos achten solltest, damit die Retusche gelingt: Licht, Hintergrund, Sauberkeit, Abstand zum Rand, Auflösung und Notizen.
Produktfotos lassen sich gut retuschieren, wenn sie gleichmässig ausgeleuchtet, scharf und sauber aufgenommen sind, mit genügend Abstand zum Bildrand und in hoher Auflösung. Je besser die Aufnahme, desto weniger muss in der Bearbeitung korrigiert werden und desto näher bleibt das Ergebnis am echten Produkt. Dieser Ratgeber fasst zusammen, was du vor und während des Fotografierens beachten kannst.
Welches Licht eignet sich für Produktfotos?
Gleichmässiges, weiches Licht ist die beste Grundlage. Es zeigt Form und Oberfläche, ohne harte Schatten und ausgebrannte Stellen zu erzeugen. Beides lässt sich nachträglich nur schwer wieder aufbauen, weil dort schlicht keine Bildinformation vorhanden ist.
Weiche Lichtquellen: Grosse Softboxen, Diffusoren oder Tageslicht durch ein Fenster mit Vorhang erzeugen sanfte Übergänge.
Kontrollierte Reflexe: Bei glänzenden Produkten sollten Reflexe bewusst gesetzt sein und keine Spiegelungen von Fotograf, Kamera oder Raum zeigen.
Gleiche Lichtsituation: Wird eine Serie fotografiert, sollte das Licht bei allen Bildern gleich stehen.
Richtiger Weissabgleich: Ein Farbstich im ganzen Bild erschwert die Farbtreue des Produkts.
Belichte lieber etwas vorsichtiger als zu hell. Aus dunklen Bereichen lässt sich meist noch Zeichnung holen, aus reinem Weiss nicht.
Wie sollten Hintergrund und Produkt aussehen?
Ein ruhiger, einfarbiger Hintergrund erleichtert das Freistellen. Hilfreich ist ein deutlicher Kontrast zwischen Produkt und Hintergrund: Ein dunkles Produkt hebt sich von hellem Grund ab, ein helles von dunklem. So bleiben die Kanten klar erkennbar. Bei hellen Produkten auf weissem Grund geht die Kontur schneller verloren.
Sauberkeit zahlt sich aus. Staub, Fingerabdrücke, Fusseln, Kratzer und Etikettenreste kann die Retusche entfernen, doch jeder Fleck kostet Aufwand, und bei Serien summiert sich das. Ein kurzer Blick mit Handschuhen und Mikrofasertuch vor der Aufnahme spart Arbeit. Das gilt besonders für Glas, Metall und dunkle Oberflächen, auf denen jede Spur sichtbar ist.
Wer Bilder retuschieren lassen möchte, kann sich an Fotowerker wenden. Das Schweizer Unternehmen in Rorschacherberg bietet mit eigenem Produktions-Team in Indonesien Freisteller bis hin zu anspruchsvoller Retusche an, eine gratis Musterbearbeitung ist möglich, und der Preis richtet sich exakt nach Aufwand. Den Kontakt findest du unter Kontakt.
Wie viel Abstand zum Bildrand braucht das Produkt?
Lass rund um das Produkt genügend freien Raum. Wird das Motiv am Rand angeschnitten, fehlt Bildinformation, die sich später nicht ersetzen lässt. Mit Luft um das Produkt können Retuscheure den Ausschnitt anpassen, das Format ändern oder einen Schatten aufbauen.
Freier Raum ist auch für Seitenverhältnisse nützlich. Ein Shop verlangt vielleicht ein Hochformat, ein Katalog ein Querformat, ein Banner ein langes Format. Ein zu knapper Ausschnitt schliesst diese Möglichkeiten aus. Halte das Produkt ausserdem gerade und lotrecht, damit Linien nicht nachträglich korrigiert werden müssen.
Warum zählt eine hohe Auflösung?
Je mehr Bildinformation vorhanden ist, desto sauberer lassen sich Kanten, feine Strukturen und kleine Fehler bearbeiten. Eine hohe Auflösung erlaubt es auch, das Bild später für verschiedene Zwecke zu verkleinern, während ein kleines Bild sich nicht ohne Qualitätsverlust vergrössern lässt.
Fotografiere in der höchsten Qualität, die deine Kamera anbietet.
Achte auf Schärfe: Ein unscharfes Bild bleibt unscharf, auch nach der Retusche.
Wenn möglich, gib die Originaldatei weiter und keine Bildschirmfotos oder Versionen aus Messengern.
Weshalb sollten alle Aufnahmen aus demselben Winkel entstehen?
Ein einheitlicher Aufnahmewinkel macht eine Produktserie in der Bearbeitung wesentlich einfacher. Perspektive, Schattenwurf und Proportionen stimmen dann überein, und die Bilder wirken im Shop wie aus einem Guss. Wechselt der Winkel von Bild zu Bild, müssen Schatten und Ausrichtung einzeln angepasst werden.
Fotografiere dafür mit einem festen Stativ und markiere den Standort von Kamera und Produkt. Bei mehreren Ansichten, etwa Front, Seite und Detail, legst du die Winkel einmal fest und verwendest sie für jedes Produkt. Wichtig ist auch eine gleichbleibende Brennweite, denn sie bestimmt, wie stark Formen verzerrt wirken.
Welche Notizen helfen der Retusche?
Ein kurzer Begleittext spart Rückfragen. Halte fest, was das Endergebnis leisten soll und wo das Bild eingesetzt wird. Ergänze, was bleiben muss und was weg darf: Eine Gebrauchsspur kann echtes Merkmal sein oder ein Fehler.
Verwendungszweck, zum Beispiel Onlineshop, Katalog oder Anzeige.
Gewünschter Hintergrund und Schatten.
Farbangaben, etwa ein Farbmuster oder eine Referenz des echten Produkts.
Stellen, die besondere Aufmerksamkeit brauchen.
Mehr dazu, wie ein solches Briefing aufgebaut sein kann, steht im Ratgeber zum Briefing für die Bildretusche. Einen Überblick über die Leistungen gibt die Seite Leistungen.
Häufige Fragen
Muss ich das Produkt vor dem Fotografieren reinigen?
Das ist sehr zu empfehlen. Staub und Fingerabdrücke lassen sich retuschieren, doch jede Korrektur kostet Aufwand und kann bei Glas oder Metall Struktur verändern.
Welchen Hintergrund wähle ich zum Fotografieren?
Ein ruhiger, einfarbiger Hintergrund mit klarem Kontrast zum Produkt. Er erleichtert das Freistellen und hält die Kanten sauber.
Wie viel Platz soll ich um das Produkt lassen?
Genug, dass nichts angeschnitten wird und verschiedene Formate möglich bleiben. Lieber etwas zu viel Luft als zu wenig.
Spielt die Kamera eine Rolle?
Entscheidend sind Schärfe, Licht und Auflösung. Eine hochwertige Kamera hilft, doch auch sorgfältig aufgenommene Bilder mit einfacherer Technik lassen sich gut bearbeiten.
Soll ich bereits vor der Aufnahme vieles korrigieren?
Korrigiere, was sich am Aufbau ändern lässt: Licht, Sauberkeit, Winkel. Die Feinarbeit an Farben und Details kannst du der Retusche überlassen.